All in Dessert

Milchmädchen Part I

Milchmädchenrechnung, das bedeutet eine Planung, die nicht konsequent zu Ende gedacht wurde und entscheidende Aspekte außer Acht lässt.

Es müsste natürlich Milchverkäuferinnen- und -verkäuferrechnung heißen, aber deswegen mache ich jetzt mal kein Fass auf. Stattdessen erzähle ich eine andere Geschichte.

Hört gut zu.

Wir befinden uns im Berlin der 1880er Jahre. Hier verkauft Anna Schnasing aus dem Spreewald für die Meierei Carl Bolle Milch an die Berliner Hausfrauen. Da sie unfassbar schlecht im Kopfrechnen ist, wird sie permanent von den Kundinnen über den Tisch gezogen und kommt ständig mit zu wenig Geld zurück. 

Eines Tages reicht es ihr. Anna braucht eine Auszeit und macht Urlaub bei der Familie im Spreewald.
Niemand weiß, was dort geschieht. Dem deutschen Wald werden geheimnisvolle Kräfte nachgesagt. Vielleicht tanzt sie bei Vollmond mit den Elfen. Braut einen Zaubertrank mit sprechenden Tieren. Verkauft ihre Seele in einer finsteren Schlucht an den Teufel. Tatsache ist: als sie zu Bolle zurückkehrt, kann sie addieren. Und wie.

Nach einem gleichermaßen undurchsichtigen wie unfehlbaren System bewegt sie ihre Finger hin und her – und kommt stets zum richtigen Ergebnis. Schluss mit der Schummelei!  Anna macht Karriere. Carl Bolle versetzt sie in seine Buchhaltung und befördert sie schließlich sogar zur Directrice. Über sie geschrieben wird auch: ein Mathematiklehrer kommt nach ausdauernden Beobachtungen hinter ihr Geheimnis und verfasst einen erheiternden Beitrag mit dem Titel „Algebraische Fingerfertigkeiten“.

Jeden Tag eine gute Tarte – Basilikum-Erdbeer-Tarte mit weißer Schokocanache

Ein tiefes Grollen vibriert durch meine Birkenstock-Sohlen. Mit einem beherzten Backflip springe ich noch rechtzeitig zur Seite, als unter meinen Füßen eine riesige Erdbeere aus dem Boden bricht. Noch beim Aufstieg wirft mir der Insasse ein Schild an den Kopf – “Erdbeeren direkt vom Feld, ungespritzt, bio, vegan und glutenfrei juhuu” – das sich elegant entfaltet und einer Oma den Weg in den Edeka versperrt. Tja, da kann man nichts machen, sagt Oma, Beschneidung der Konsumfreiheit kennt sie schon, drückt dem Individuum hinter der Auslage fünf Reichsmark in die Hand und bekommt dafür zwei glutenfreie Erdbeeren. Subtil, denke ich, bevor Oma und ich im nächsten Moment von der Menschentraube davon gespült werden, die sich um die Erdbeerbude bildet wie beim Sturm auf Area 51.


Man könnte meinen die Erdbeersaison besäße den Seltenheitsfaktor eines Seehofer-Polit-Statements mit Niveau. Ich bezweifle, dass der Hype größer wäre, wenn es die Beatles noch gäbe #soyesterday. Neulich habe ich gesehen, wie eine Frau ihren BH durch die Fenster eines Erdbeehäuschens schleuderte und danach unkontrolliert weinend zusammenbrach, bis die Security sie aus der ersten Wave und raus auf den freien Gehweg zog. (Der Frau geht es mittlerweile wieder gut. Mit Hilfe von Familie und RTL hat sie ihre Obsession überwunden und ist nun gemäßigtere Birnenpflückerin.)

Dabei sind Erdbeeren nicht mal richtige Beeren, sondern Scheinfrüchte, diese Faker. Botanisch viel relevanter sind die kleinen gelben Kerne, aber die Menschheit beschäftigt sich nunmal gerne mit Nebensächlichkeiten, darum passt der neue “Die besten 1000-Erdbeer-Rezepte – noch geiler als letztes Jahr!!!!”-Brigitte-Artikel schon.  


Und Hand auf die Side-boob – wir sind Mitläufer und haben auch unsere Tarte dazuzugeben. Den Hype nutzen, solange er noch frisch ist, nech?

So, Ihr habt jetzt hier das Rezept und könnt damit rumpantschen, wie Ihr lustig seid. Ich geh mich um meine Birnen kümmern. Die sind bald reif zum pflücken.


Jeden Tag eine gute Tarte: Gin Tonic mit Blaubeeren

Tartes sind absolut mein Ding und diese hier besonders. Wegen Gin Tonic, meinem Lieblingskaltgetränk. Ich hätte mir im Leben nicht vorstellen können, dass man mit Gin und Tonic auch backen kann. Großartig! Ich weiß nur noch nicht, wie viele Stücke man verdrücken muss, bis man leicht angeschickert ist … Vielleicht hätte Queen Mom so eine Tarte mit ein paar Umdrehungen auch genial gefunden, immerhin war sie ja auf Gin geeicht, wenn auch eher in Kombination mit Dubonnet.

Sous vide Garen mit Unold

Was Essen betrifft, kenne ich kein größeres Gewohnheitstier als meine Oma. No offence, aber die Frau lebt die absolute Monogamie zu Lebensmitteln. Phasenweise, zugegeben, aber dann knallhart durchgezogen. Da waren zum Beispiel diese Lukullu-Schnitten (nein, nicht die Art Kalter Hund, wie man sie eigentlich kennt), etwas Ominöses mit Schinken und Käse überbacken. Legenden berichten darüber, aber es gab sie – zwei Jahre lang. Jeden Tag. Dann kam da noch die Eine-Schachtel-Käse-Stangen-pro-Tag-Phase, gleich gefolgt von der Zabaione-Joghurt-Periode. Aktuell ist Oma auf Lindt Cresta-Schokolade und ohne Wiener Schnitzel im Urlaub dreht sie schon an der Gepäckaufgabe wieder um.

.... In Season: Elderflower yogurt ice cream .. IN SEASON: Holunder Joghurt Eis....

Die Membranen meiner Trommelfelle vibrieren besorgniserregend, als ein Schwall schrillen Gelächters donnernd über die Bolen der Terasse bricht. Zermürbt blicke ich über den Rand meiner Hipster-Brause zum Nebentisch. Herausgeschält aus dem schnöden Alltag, zurechtgemörtelt und mit Lametta Schmuck behangen, rudeln acht Frauen an zusammengeschobenen Tischen und quietschen über die geleerten Sekt-Gläser hinweg. Ich denke an den Marktschreier, der mir polternd mit einer Yucca-Palme vorm Gesicht gewedelt hat – “DU WILLST ES DOCH AUCH!!” – während ich Spucketropfen auswich und mich fühlte wie bei Space Invaders. Das hier ist schlimmer. Leise seufze ich in meiner Strandliege und staune über die Leistungen menschlicher Kommunikation: Längst haben die Damen die Grenzen von Worten, Satzstellung und Grammatik überwunden und sind an einen Punkt gelangt, an dem Konversation allein durch Laute mit der Ästhetik einer Flex und der Lautstärke eines Urknalls möglich wird.

.... Luicella`s Eis-Mix: Oat-Almond Ice Cream with Popped Amaranth .. Luicella`s Eis-Mix: Hafer-Mandel-Eis mit Gepopptem Amaranth ....

Doch es gibt Hoffnung und sie heißt Luicella’s. Ja, auch unsere Eiscreme-Helden aus St. Pauli machen Winterschlaf, aber: Heldenhaft wie sie sind haben sie vorgesorgt und uns für die kalten Tage ihren Luicella’s Eis Mix dagelassen. Super cremiges Milch-Eis, auch ohne Eismaschine, ganz ohne Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und anderen Firlefanz? Wahnsinn! Vegan ist er auch noch. Phänomenal!

.... IN SEASON: CHERRIES-GOOSEBERRIES .. In Season: Kirsche-Stachelbeere ....

Es ist Juli die Sonne kommt raus, ich erinnere mich gerne an früher wo ich bei Oma im Garten in der Hängematte hing und mir die Sonne durch den Kirschbaum ins gesicht schien.

Ab und zu erhoben und ein paar kirschen gepflückt und direkt verdrückt. Auch Stachelbeeren finden sich zur Sommerzeit ein. Knallig Grün, gelb oder rot kommen sie daher. Heute essen wir die Grünen und auch noch Kirschen.

Omas Vanillepudding hab ich immer geliebt also darf der auch nicht fehlen. Weltweit gibt es 100erte Stachelbeer und Kirschsorten. Eigentlich kommen die Stachelbeeren weit her zu uns aus Nordafrika und Euroasien und geben uns ziemlich viel Vitamin C, 20-70mg pro Beere. Kirschen bieten uns dafür Anthocyanen, farbstoffe die zur gruppe der polyphenole gehören. Diese Schützen und vor Entzündungen, Reuma, vorzeitige altersprozesse und auch gegen Krebs.

Süß und Sauerkirschen so unterscheiden wir bei den Sauerkirschen kenne wir wohl alle die Schattenmorelle die wir in Marmeladen und Kuchen wieder finden. Bei den Süßen Kirschen die Knubber-Kirsche die wir uch verwendet haben. Süßkirschen sind am besten zum Rohverzehr geeignet.

 

Beides findet ihr in unseren super leckeren Kirsch-Stachelbeer Cupcakes mit Omas Vanillepudding und einem Saftigen Frosting.

.... IN SEASON: STRAWBERRIES .. In Season: Erdbeeren ....

Mit dem Handrücken wische ich mir über die Stirn und hinterlasse einen dunklen Film aus Erde und Schweiß auf der Haut. Erbarmungslos brennt die Sonne vom Himmel, während ich irgendwo in der Hamburger Walachei zwischen endlosen Reihen Erdbeersträuchern über den Boden krieche und mich durch die grünen Blätter wühle.

 

Ein Krächzen kratzt an der sommerlichen Luft, zwei Reihen weiter schält sich eine erdverkrustete Hand in die Höhe, einen Moment später erscheint der Rest meines Mitbewohners. Mehrere Halme Stroh ragen aus seinem Bart. Mit hochrotem Kopf robbt er schnaufend über den Boden, hier und da ein paar der Früchtchen von ihren Stängeln rupfend. “Weiter, weiter.”, stöhnt er mir über die Reihen hinweg zu. “Wer atmen kann, der kann noch pflücken.”

LOCAL FOOD – SCHOKOVIDA – PART II

Zuckrige Blubberbläschen kugeln sich duftend in der dunklen Messingpfanne und umschließen die zarten Crêpes wie flüssiger Bernstein. Schnuppernd halten wir unsere Nasen in die Luft. Lieblichste Karamell-Aromen erfüllen jede Ecke im Studio, ziehen schon vor den Türen jeden in ihren Bann und ein Gefühl von Behaglichkeit und Wärme schleicht sich langsam in die Herzen.

.... At the Nutella Christmas Bakery! .. In der Nutella-Weihnachtsbäckerei! ....

Hier ein Lebkuchen, da noch einen Zimtstern, endlich wieder Pfeffernüsse, die Spekulatius schmecken spätestens seit September wieder und zuckersüßer Glühwein lässt in herrlichste Sphären entschweben. Ginge es nach mir, die Weihnachtszeit könnte noch sechs Wochen weitergehen.

 

Ab und zu reckt sich zwischen all dieser Fabelhaftigkeit der mahnende Zeigefinger. Iss mehr Grünes, Kind. Fast eine Beleidigung, ist das doch eine meiner leichtesten Übungen. Seht Euch nur mal dieses Shortbread an: Wie die Weihnachts-Tanne in Eurem Wohnzimmer. Da kann man auch mal zwei mal mehr zulangen. Ist ja schließlich Grün. God save the Matcha!

 

.... AT THE NUTELLA CHRISTMAS BAKERY! .. In der Nutella-Weihnachtsbäckerei! ....

Laut klappernd knallt die Wohnungstür ins Schloss und schwere Schritte poltern über die Dielen im Wohnungsflur. „Verrückt, alle verrückt..!“, schwappt brummend ein tiefer Männer-Barriton unter dem Türschlitz hindurch in Küche. Ich halte im Kauen inne und lasse die Hand mit dem angeknabberten Plätzchen langsam sinken. Erneutes Rumsen. „Immer wieder dieser Dreck. Jedes Jahr, jedes verdammte Jahr, jedes… Warum bleibt diese verdammte Jacke jetzt nicht hängen, MAAAAANN..!!“ Bebendes Aufstampfen, dann fliegt schmetternd die Küchentür auf und gibt den Blick auf ein ein Meter sechsundachtzig großes Häufchen Elend frei. „Die Jacke, Leonie! Die Jacke!“, ruft es und stürmt auf mich zu, einen khakifarbenen Hipster-Parka und den dazugehörigen Kleiderbügel vor dem Körper haltend. „Sie HÄNGT NICHT!!“ Außer sich schüttelt mein Mitbewohner das Kleidungsstück, bevor es mit dumpfem Platschen vor seine Füße fällt.
 

.... ADVENT BAKING WITH NUTELLA .. Adventsbacken mit Nutella ....

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It’s finally underway! Let’s get cozy, and let’s get baking. 

Maybe a few biscuits? But what was the recipe again?

Before I heard of this one, I’d have to look every time anew online for a fitting recipe. Yet this one is so easy! Pay attention:

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Jetzt geht’s endlich los! Nun wirds gemütlich. Und es kann gebacken werden.

Mal eben ein paar Kekse vielleicht? Aber wie war noch das Rezept?

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