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Weingüter in Portugal – Zu Gast in der Quinta Dona Maria

Weingüter in Portugal – Zu Gast in der Quinta Dona Maria

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Photos: Jan-Peter Westermann
Text: Regine Smith Thyme

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Fotos: Jan-Peter Westermann
Text: Regine Smith Thyme

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Weiße Häuser mit roten Ziegeldächern – und über allem, wie auf einem Thron, eine mächtige Burganlage. Estremoz, die weiße Stadt, die Marmorstadt, in ganzer Pracht. Ihre Kolonnaden und Balkone, der gotische Palast – erst mal geschenkt. Unser Ziel, die Quinta Dona Maria, liegt irgendwo dort mittendrin…

Der Sand knirscht unter jedem unserer Schritte, egal, wie behutsam Patrick und ich auftreten. Wassersprenger drehen sich im Gleichtakt über die akurat gestutzten Rasenflächen. Es sind etliche Meter bis zum Haus. Haus? Es ist ein Gebäude von geschätzt etwa 70 m Länge, üppige Kletterpflanzen ranken sich um dunkelgrüne Fensterläden, links und rechts der Treppe bewachen zwei schmucke Terrakotta-Amphoren das Portal. Die Quinta ist eher ein Palast als ein »übliches« Weingut. Eigentlich nicht verwunderlich, denn König João V. soll einst den stattlichen Landsitz seiner Geliebten geschenkt haben, der Hofdame Dona Maria. Eine bescheidene Hütte ging da nicht. Ihr Name Dona Maria ist geblieben.

Seit über 150 Jahren wird hier Wein gemacht, seit 2003, nach verschiedenen, auch unerfreulichen Transaktionen, sind es wieder die hochgelobten Weine von Júlio Bastos. Heute bewirtschaftet er etwa 80 ha – Weingärten mit zum Teil 60 Jahre alten Gewächsen. Gerade ist er von einem Brasilientrip zurück, wir werden ihn später treffen. 


Seine Frau kümmert sich derweil rührend um uns. Bis zum Essen ist noch Zeit, deshalb deutet sie zum ummauerten Garten hinüber und lacht. Ein bisschen Bewegung? Why not?! Eigentlich ist es draußen ganz schön heiß, aber nach all den Stunden im Auto…

Säulen und Putten schmücken den pompösen Durchgang zum Garten – lustwandeln, nicht spazierengehen! Eine Laube, ein Teich mit Wasserfall und Neptun mit Dreizack, Nymphen und Seeungeheuer. Die schattigen Wege sind eine Wohltat, die Luft trocknet das Hemd am Rücken. Als Senhora Bastos auf die maroden Palmen zeigt, hat sie Tränen in den Augen: Gegen den Roten Palmrüssler war auch sie vollkommen machtlos.

Essenszeit. Wir gehen zurück, gemächlich, keine Hast. Was wird uns drinnen wohl erwarten? Wir betreten ein prachtvolles Ambiente mit alten Gemälden und überwiegend antikem Mobiliar. Die Wände sind mit kostbaren blauweißen Fliesen, portugiesischen Azulejos, geschmückt. Die Familie wohnt hier wie in einem Museum, das aber so gar nichts Museales, Verstaubtes hat. Es ist gelebte Geschichte – entspannter Lifestyle à la Bastos. Am Tisch sind wir dann zu Viert: Neben der Hausherrin, Patrick und mir hat auch die Önologin Sandra Gonçalves Platz genommen – seit über zehn Jahren arbeitet sie mit Julio Bastos zusammen. Sie erzählt, wie sie Beide das alte Weingut restaurierten und erweiterten, den Keller mit modernster Technik ausstatteten – und dabei die über 140 Jahre alten lagares erhielten. In diesen uralten Vergärungsbecken werden Trauben nach wie vor mit nackten (sauberen) Füßen getreten. Stundenlang…

Nach der herrlich gemüsigen Suppe wird ein kräftiger Rinderbraten serviert. Es wurde so lange bei niedriger Temperatur im Kupferkessel gegart, dass es auf der Zunge »schmilzt« und echt kein Messer mehr braucht. Zwei Hausangestellte sorgen für Nachschub – und das so diskret, dass wir es lange überhaupt nicht bemerken. Als wir dann pappsatt und wohlig beim Kaffee sind, trifft der Hausherr ein: Senhor Bastos ist uns auf Anhieb sehr sympathisch. Unsere (gefühlten) tausend Schritte nach dem Mahl führen uns zur Kapelle. Ja, die Hofdame konnte sogar eine eigene Kirche ihr Eigen nennen. Diese, so erfahren wir, wurde 1752 errichtet, also ein paar Jahre nach dem Hauptgebäude, und Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel geweiht.

Zeit zum Weintrinken, bestimmt der Hausherr, macht kehrt und kredenzt uns seine Toptropfen in hochherrschaftlicher Kulisse im Salon. Mit gelassenem Stolz erzählt er von der Arbeit und seinen Rebsorten im Weinberg: Bei den roten sind es besonders Alicante Bouschet mit komplett rotfleischigen Beeren und Touriga Nacional, eine autochthone Sorte, die hauptsächlich im Dourotal wächst und auch einen guten Port abgibt. Außerdem werden noch Cabernet Sauvignon, Syrah, Petit Verdot und Aragonês gelesen; bei den weißen Rebsorten sind es Viognier und Arinto sowie die autochthonen Sorten Viosinho und Antão Vaz. Manchmal, so Bastos, baut er Wein sogar in Tonamphoren aus, als Spielerei und um zu experimentieren. Von öder Routine ist man hier ohnehin weit entfernt.

Es ist spät geworden nach so viel gutem Essen, gutem Wein, guten Gesprächen. Nun werden wir Estremoz nicht mehr links liegen lassen und in der Burg übernachten, denn schließlich beherbergt sie eine der besten Pousadas des Landes. Boa noite!

 

Dona Maria Vinhos

Quinta do Carmo
7100 Estremoz
Portugal

Telefon: +351 268 339 150


Luicella's Eis-Mix: Karotte-Walnuss-Zimt

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.... In Season: Garlic .. In Season: Knoblauch ....

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