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 Milchmädchen Part I

Fotos: Jan-Peter Westermann
Foodstyling: Oliver Mägel
Text: Thordis Rüggeberg


Milchmädchenrechnung, das bedeutet eine Planung, die nicht konsequent zu Ende gedacht wurde und entscheidende Aspekte außer Acht lässt.

Es müsste natürlich Milchverkäuferinnen- und -verkäuferrechnung heißen, aber deswegen mache ich jetzt mal kein Fass auf. Stattdessen erzähle ich eine andere Geschichte.

Hört gut zu.

Wir befinden uns im Berlin der 1880er Jahre. Hier verkauft Anna Schnasing aus dem Spreewald für die Meierei Carl Bolle Milch an die Berliner Hausfrauen. Da sie unfassbar schlecht im Kopfrechnen ist, wird sie permanent von den Kundinnen über den Tisch gezogen und kommt ständig mit zu wenig Geld zurück. 

Eines Tages reicht es ihr. Anna braucht eine Auszeit und macht Urlaub bei der Familie im Spreewald.
Niemand weiß, was dort geschieht. Dem deutschen Wald werden geheimnisvolle Kräfte nachgesagt. Vielleicht tanzt sie bei Vollmond mit den Elfen. Braut einen Zaubertrank mit sprechenden Tieren. Verkauft ihre Seele in einer finsteren Schlucht an den Teufel. Tatsache ist: als sie zu Bolle zurückkehrt, kann sie addieren. Und wie.

Nach einem gleichermaßen undurchsichtigen wie unfehlbaren System bewegt sie ihre Finger hin und her – und kommt stets zum richtigen Ergebnis. Schluss mit der Schummelei!  Anna macht Karriere. Carl Bolle versetzt sie in seine Buchhaltung und befördert sie schließlich sogar zur Directrice. Über sie geschrieben wird auch: ein Mathematiklehrer kommt nach ausdauernden Beobachtungen hinter ihr Geheimnis und verfasst einen erheiternden Beitrag mit dem Titel „Algebraische Fingerfertigkeiten“.

Damit nicht genug: auch heute noch wird ihre Methode, das „Fingerrechnen nach Anna Schnasing“, in der Sonderpädagogik eingesetzt.

Da kiek eener an.

Und sage noch mal etwas über die naiven Rechnungen der Milchmädchen.

Und was hat das jetzt mit den südamerikanischen Köstlichkeiten aus süßer Kondensmilch zu tun, die wir euch heute vorstellen?

Gar nichts. 

Hierbei ist es sogar von Vorteil, nichts ausrechnen zu können – Kalorien zum Beispiel. Diese sonderbaren Kalorien sind eine noch sehr unzulänglich erforschte Spezies, sicher ist nur eins: ein schlechtes Gewissen verdreifacht sie, wohingegen ein Verzehr mit Genuss sie halbiert. Vielleicht ist es das, was mit Milchmädchenrechnung eigentlich gemeint ist.

Es ist also unsere Entscheidung. Deshalb sage ich: genießen wir!


Milhojas 
(4 Personen)

Zutaten

  • 450 g Blätterteig (Tk oder Konditor) 

  • 450 ml Milch 

  • 90 g Zucker 

  • 1 Prise Salz 

  • 1 Tl Vanillearoma 

  • 4 El Speisestärke 

  • 4 Stck Eigelb 

  • 30 g Butter 

  • 150 g Dulce de Leche 

  • 2 El Puderzucker 

Zubereitung:

Den Blätterteig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen und mit einer Gabel oder Messer einige Löcher hineinstechen. Nun das Blech in den vorgeheizten Backofen, mittlere Schiene bei 200°C Umluft geben und für 10-15 Min goldbraun backen. 

In der Zwischenzeit 5 El der Milch mit der Speisestärke verrühren und beiseitestellen. In einem Topf die restliche Milch zusammen mit dem Zucker und Salz zum kochen bringen. Die Speisestärke unter Rühren hinzugeben, weiter kochen bis die Masse dick wird. Nach 2 Minuten das Vanillearoma, die Eigelbe einzeln und Butter zugeben, eine weitere Minute kochen. Abkühlen lassen. 

Den goldbraunen Blätterteig aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und mit einem Messer vorsichtig längs, quer in zwei Hälften zerteilen. Die abgekühlte Füllung auf der unteren Hälfte verteilen und die zweite Hälfte daraufsetzen. Mit Puderzucker und Dulce de Leche garnieren.

Flan de Leche Condensada 
(4 Personen)

Zutaten

  • 1 El Sonnenblumenöl 

  • 150 g Zucker 

  • 4 Stück Eier 

  • 1 Dose (400 ml) Milchmädchen 

  • 1 Dose (400 ml) Kondensmilch 

  • 2 El Vanillezucker 

  • 3 El Zucker 

Zubereitung:

Eine ofenfeste Kranzform (ca. 1 Liter Inhalt) mit Öl auspinseln. 150 g Zucker in einem Topf oder Pfanne karamellisieren bis er goldbraun ist. Das Karamell mit 3 El Wasser verrühren. Nun die Zuckermischung in die Kranzform gießen und zügig mit kreisenden Bewegungen verlaufen lassen. Auch etwas Karamell am Rand verteilen. Vorsicht, der Ring wird schnell sehr heiß!

Die Eier mit 2 El der Kondensmilch in einer größeren Schüssel verquirlen und beiseitestellen. Restlichen Zutaten in einem Topf zum Kochen bringen. Die kochende Milch unter rühren zu den Eiern gießen. Nun die Ei-Milchmädchenmischung in die Kranzform, auf das Karamell gießen. Mit Alufolie verschließen. 

Den Kranz in ein heißes Wasserbad stellen. Die Form sollte etwa zu 1/3 im Wasser stehen. Alles bei 160°C im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene für etwa 50 Min garen. Danach etwa 1,5 Std abkühlen lassen. 

Mit einem Messer vorsichtig den Flan von den Rändern lösen. Den Boden des Rings für ein paar Sekunden in heißes Wasser stellen. Nun den Flan auf eine Kuchenplatte oder passenden Teller stürzen. 


Milchmädchen Part II

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Fast-Mocktails Part II – Alkoholreduziert durch den Sommer

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